Checkliste M.2 Kauf

Mit dieser „Checkliste M.2 Kauf“ in 4 Schritten zur richtigen M.2 SSD

Jeder Anwender bringt andere Voraussetzungen mit, somit kann nicht jedem das selbe Modell empfohlen werden. Mit dieser Checkliste findet aber jeder zu seiner passenden SSD.

  1. Wie viel Kapazität soll vorhanden sein?

Aktuelle SSDs sind von 16 Gigabyte bis 4 Terabyte erhältlich. Für ein durchschnittliches Arbeitsgerät benötigt man nicht mehr als 240 GB. Wer aber Spiele, viele Anwendungen oder Dateien besitzt, sollte zu einem mindestens 500 Gigabyte oder einem 1 Terabyte Modell greifen. Natürlich wäre es naheliegend direkt die größte erhältliche Platte zu kaufen. Nur würde dies auch ein Vermögen kosten. Durchschnittlich kostet die größte erhältliche M.2 SSD mit 4 Terabyte mindestens 650 €. (Stand: 10/2019)

Man sollte sich dann aber auch zunächst fragen, ob man auf dieser Platte auch all seine privaten Bilder, Musik oder Videos abspeichern möchte. Falls ja, muss natürlich eine noch höhere Kapazität gewählt werden, wo all diese Dateien Platz finden.

Clever wäre es, selten genutzte speicherintensive Spiele, Anwendungen oder Dateien auf einer separaten SSD oder HDD auszulagern. Somit genügt dann eine geringere Kapazität als Haupt-Massenspeicher.

  1. Ist eine M.2-Schnittstelle vorhanden?

Wenn man sich nun im Klaren ist, welche Kapazität man benötigt, so sollte man zunächst der Frage nachgehen ob überhaupt eine M.2-Schnittstelle vorhanden ist. Bei älteren Notebooks ist dies meist nicht der Fall, hier gibt es dann meist auch keine Erweiterungsmöglichkeiten. Bei neueren Geräten ist aber meist ein M.2-Port vorhanden. Dies kann man aber ganz einfach aus den Produktdetails es Herstellers herausgelesen werden.

Bei Computern ist dies etwas anders. Neuere Modelle beziehungsweise Mainboards sind meist schon mit einer M.2 Schnittstelle ausgestattet. Aber ein kurzer Blick in die technischen Daten ist vor dem M.2 Kauf trotzdem ratsam.

Darin hält man Ausschau nach folgendem Wert: M.2/​M-Key (PCIe 3.0 …). Mit so einem Detail kann man sicher sein, dass man richtig liegt. Nicht zu verwechseln mit: M.2/​E-Key (PCIe …), hierbei handelt es sich um einen Erweiterungsslot z.B für WLAN-Module.

Dann sollte man auch noch auf die PCI – Version, sowie die Lanes-Anzahl achten, was aber im Menüpunkt SATA oder PCI Express? schon ausführlich erläutert wurde.

Falls sich nun auf dem Mainboard doch keine M.2 Port befinden sollte, so kann man diese mittels eigener PCI zu M.2 Adapter Karte nachrüsten. Es gibt dafür geeignete PCI Karten. Diese kann man für wenige Euro online erwerben. Ein Produktbeispiel der Firma ICY Box wurde in der Kategorie „Sata oder PCI Express?“ auf Amazon verlinkt.

  1. Wird das NVMe-Protokoll unterstützt?

Wichtig für eine schnelle Datenkommunikation ist das Protokoll. Dieses muss natürlich sowohl auf der M.2 SSD und auch am Mainboard unterstützt werden. Grundsätzlich unterstützt sogut wie jedes Mainboard mit M.2 Port das „langsame“ SATA Protokoll. Aufpassen muss man bei den angegeben Keys. Der M Key ( M.2/​M-Key ) bedeutet, dass PCIe unterstützt wird. Ein B Key ( M.2/​B-Key ) bedeutet lediglich, dass nur das SATA Protokoll unterstützt wird. Ein B,M Key ( M.2/B-M-Key ) unterstützt meist beide Protokolle.

Grafisch sehen die Keys auch unterschiedlich aus. Zur Veranschaulichung dienen folgende Bilder:

Vorderseite

M.2 Vorderseite

Rückseite

M.2 Rückseite

Wer ganz sicher sein möchte, sucht sein Mainboard auf der Herstellerseite. Bei den Spezifikationen unter „Storage“ findet man die genaue Bezeichnung und Details herausfinden.

Bei Angaben im Kleingedruckten wie etwa „Supports NVMe SSD as boot disks“ verschafft einem die nötige Klarheit.

Sollte es trotz richtiger Angaben zu Problemen kommen, sollte man (was man ohnehin immer tun sollte) das Bios updaten. Wie dies funktioniert wird in diversen YouTube Videos oder Foren erklärt.

  1. Formfaktor der M.2-SSD

Vor dem Kauf sollte man auch noch einen Blick auf den Formfaktor werfen. Der Formfaktor spielt hierbei auch keine unwesentliche Rolle. Hierbei sollte man kurzerhand beide Angaben (Mainboard als auch bei der M.2 SSD) überprüfen. Die Angaben der Modullänge befinden sich bei den Mainboards meist nach dem Key Type (M Key type 2230/2242/2260/2280/22110)

Damit sind die Zahlen wie 2230, 2242, etc. gemeint. Diese Angaben beinhalten die Breite und die Länge der M.2. Die ersten zwei Zahlen sind die Breite in mm und die letzten zwei die Angabe der Länge in mm. Also bei 2230, wären dies 22 mm breit und 30 mm lang. Falls die M.2 SSD eine Western Digital PC SN520 NVMe SSD 512GB, M.2 2230 wäre, würde sie in ein Mainboard mit M Key type 2230 passen. Wobei dies die kleinste Größe ist und diese ohnehin in jedes M.2 Mainboard passt. Die längste M.2 wäre die 22110. Dieser Formfaktor wird schon seltener von Mainboards unterstützt. Eine Intel SSD DC P4511 1TB, M.2  würde also nicht in ein ASRock B360M Pro4 Mainboard passen.

Fazit: Einer technikfremden Person wird der Kauf der richtigen M.2 SSD nicht einfach gemacht. Es wird viel an technischem Wissen vorausgesetzt, was einem die Entscheidung schwer macht. Aber auch ein „Computerprofi“ muss sich hier immer wieder neu informieren und einlesen, da die Technik nicht stehen bleibt und es Jahr für Jahr neue technologische Fortschritte gibt. Unsere 4 Schritte „Checkliste M.2 Kauf“ hat Ihnen somit einen Überblick verschafft und Ihnen hoffentlich bei der Auswahl des passenden neuen Speichers helfen können.